Zwangspause

Wir haben Anfang März 2020, draußen ist es warm, ungewöhnlich warm für diese Jahreszeit.

Ich habe in der Zeit vom 06.03.2020 bis 11.03.2020, nach Monaten voller Arbeit endlich einmal die Möglichkeit bekommen, ein paar Überstunden abzubauen.

Eigentlich hatte ich Fortbildung - diese wurde jedoch abgesagt und da ich eh in der Kita nicht eingeplant war, habe ich abgesprochen, ein paar Überstunden abzubauen.

Gesagt, getan!

Was macht man nicht so alles, wenn man frei hat, der Mann arbeiten ist und die Kinder in der Schule sind?

Genau! Den Garten auf Vordermann bringen, Fenster putzen und Frühjahrsputz im ganzen Haus.

Und dann kommt da auf einmal CORONA.

Wer oder was ist CORONA?

Ja, ein Virus, welches im letzen Herbst in China mittlerweile vielen, sehr vielen Menschen das Leben gekostet hat.

In Wuhan ging es los - Wuhan ist weit weg.

Wuhan kannte ich bis zum letzten Sommer nur von meinem Neffen, welcher wegen seines Pharmaziestudiums dort war.

Aber es kam näher, erst Italien, dann auch Deutschland - nach irgendeiner Karnevalsfeier ging es so richtig los.

Da stand CORONA quasi vor der Tür. Es war auf einmal so nah und überrollte mich.

In den Nachrichten hörte man kaum was anderes - überall COROANA.

Auf einmal wurde sogar von verlängerten Osterferien in den Schulen gesprochen.

 

Ich war am 13.03.2020 auf der Arbeit.

Ab Mittags überschlugen sich die Ereignisse.

Die Kinder wurden nach und nach von der Kita abgeholt. Die Eltern fragten uns, was denn in den nächsten Wochen in der Kita sei?

Ist diese geschlossen? Tja, das konnten wir noch gar nicht sagen, wir hatten noch keine offiziellen Infos.

In den Medien hörte man bis dato nur, dass die Schulen, ab der nächsten Woche schließen sollten.

Was sollte das heißen? Mutter von zwei Kindern und Erzieherin? Was kam da auf uns zu?

 

 

 

Freitag der 13. März 2020!

Ja so sollte es sich herausstellen, war ein ganz besonderer Tag.

An diesem Tag wurde beschlossen, die Schulen und die Kitas bis mindestens einschließlich dem 19.04.2020 zu schließen.

Die Kinder also fünf Wochen zu Hause.

Ich zur Arbeit  aber ohne Kinder?

Als Erzieherin fünf Wochen ohne Kinder????

 

Niemand hatte genaue Infos, was da wegen Corona auf uns zukommen sollte.

Also durften unsere Kids erst einmal ausschlafen, ich bin ganz normal, wenn man das so sagen kann zur Arbeit.

Dort angekommen, herrschte irgendwie gedrückte Stimmung, es war irgendwie seltsam, das ganze Team in der Kita, keine Kinder - und das erst einmal für die nächsten Wochen.

Nach und nach trudelten E-Mails vom Ministerium und der Geschäftsstelle ein.

 

Aber noch nichts genaues, also fingen wir damit an zu putzen und die Kita aufzuräumen - irgendwie muss man sich ja beschäftigen, denn wenn man in solch einer Situation zusammensitzt,

redet man eh nur über das eine Thema CORONA. Davon wollten wir weg.

 

Nachmittags zu Hause angekommen kamen die ersten Nachrichten per WhatsApp in den Klassengruppen der Kinder:
"Was brauchen die Kinder noch aus der Schule?"

"Welche Aufgaben haben die Kinder für die nächsten Wochen?"

"Brauchen die Kinder ihren Zeichenblock aus der Schule?"

"Was passiert mit den Blumen aus den Klassenräumen?"

 

Äh, das ganze ist doch erst einmal nebensächlich - unsere Kids sind in Klasse 5 und 8. 

Viel wichtiger sind doch erst einmal die Abiturienten, sollen sich die Lehrer doch erst einmal um diese kümmern und dann in Ruhe um alle anderen.

 

 


17. März 2020

Ok, die Kinder hatten bereits am Abend zuvor einige Aufgaben per Mail, bzw Moodle erhalten, also erst einmal ausschlafen und dann an die Arbeit.

Für mich ging es erst einmal ganz normal zur Arbeit.

So richtig wusste noch niemand wie es weiter gehen sollte.

In den Nachrichten hörte man nur immer wieder von vielen Neuinfizierten.

Puh, das ganze ist irgendwie so nah, sehr nah.

Auf der Abreit angekommen, gab es erst einmal eine kurze Besprechung, die Mails wurden gecheckt und ...

... dort stand unter anderem:
BESONDERS FÜRSORGE GILT ÄLTEREN KOLLEGINNEN UND RISIKOGRUPPEN NACH RKI.

 

Diese sollten sich bei ihrer Leitung melden. gesagt getan.

Gemeinsam riefen wir dann die Gebietsleitung an, welche darum bat, sich mit dem Arzt in Verbindung zu setzen, ob denn ein weiteres Arbeiten in Ordnung wäre oder ob dieser aufgrund der RKI Risikogruppe lieber sagt, man sollte zu Hause bleiben.

Haben die Ärzte zur zeit nicht genug zu tun. Da ich eh noch Medikamente brauchte, zeigte ich meinem Hausarzt die Info, welche ich vom Arbeitgeber hatte. Ok, das war es dann für mich, erst einmal zwei Wochen zu Hause.

 

Mein erster Gedanke war: Ahhhh, was mache ich denn nur so lange zu Hause?

Die ersten Tage gestalteten sich erst einmal wie ein paar Tage Urlaub zu Hause, ein langes Wochenende, oder so ähnlich.

Die Kids bekamen so nach und nach Aufgaben aus der Schule - alles übers Internet auf einer Plattform extra für die Schule, wo jeder Lehrer Aufgaben einstellen konnte.

Das Wetter war schön, wir waren viel im Garten.

Abends als Stephan von der Arbeit kam, gingen wir meist eine Runde spazieren - einsam und alleine - im Wald.

Aber nichts da, im Wald war ganz schön was los. irgendwas mussten die Leute ja machen. Und ...

... im Wald stand auch die Polizei, um zu kontrollieren, ob man nicht als ganze Gruppe unterwegs war oder sich mit den Kindern auf einem der Spielplätze die Zeit vertreib, denn diese wurden schon gesperrt -- um Kontakte zu vermeiden.

  


18.03. - 22. März 2020

Das Wetter zeigte sich seit CORONA und dessen Auswikrungen auf das öffentliche Leben von seiner besten Seit. Also gingen wir - mal wieder - spazieren. Auf ging es in den Stadtgarten. Die Leute hielten Abstand, das war auf jeden Fall zu beobachten, manchen reichten die zwei Meter nicht as und sie beschwerten sich.

Wir erklärten es den Kids und diese machten auch immer große Bögen um andere Spaziergänger.

Da man ja heutzutage immer sein Handy, also auch Kamera dabei hat, entstanden an diesem Morgen wahnsinnig tolle Fotos - auf welchen man von CORONA nichts sieht - das tat gut, der Kopf wurde frei.

Nach diesem wunderschönen Spaziergang, gab es erst einmal was richtig leckeres zum Essen.

Wir hatten noch ein T- Bone Steak vom Bauern - WOW grillen kann mein Mann.

 

Den Abend verbrachten wir vor dem Fernseher, denn dort sollte bekannt gegeben werden, wie es denn nun in Sachen CORONA weiter geht. Ausgangssperre ja oder nein.

NEIN, war die klare Aussage der Politik, aber KONTAKTVERBOT.

Maximal zwei Personen druften zusammen raus, es sei denn die Kernfamilie, welche in einem Haushalt lebt.

Alles wurde immer gespenstischer, ich machte mir viele Gedanken. Was kommt da noch auf uns zu, wie lange halten die Kids das noch aus.

Dann kam an diesem Abend an dem da KONTAKTVERBOT ausgesprochen wurde noch eine Mail an

Stephan - HOMEPFFICE ab Montag, 23. März 2020. Ok wie das wohl wird? Mal sehen.


23.03. - 29.03.2020

So, es ist wieder Sonntag.

Eine Woche KONTAKTVERBOT unter CORONA haben wir hinter uns.

Aber was bringt es? Die Zahlen der infizierten steigen, ja man muss es eine gewisse Zeit durchhalten, aber es zeigt sich sehr anstrengend.

Stephan hat die erste Woche Homeoffice hinter sich - er zeigt sich eigentlich zufrieden damit, hat jedoch das Problem, dass ihm die Fahrtzeit fehlt, welche ihn von der Arbeit abschalten lässt.

Ich werkle so hier und da rum. Habe nicht wirklich eine Aufgabe. Dank des schönen Wetters habe ich mir die Kids geschnappt und sind laufen gegangen. Abends haben wir zusammen mit Stephan einen Spaziergang gemacht - Wahnsinn mehr als 20000 Schritte pro Tag. Das schaffe ich normalerweise nicht.

 

Was meine Blutzuckerwerte angeht, da läuft meine Pumpe von morgens bis abends auf 120%, nachts auf 100%.

Das habe ich mittlerweile herausgefunden. Denn Corona ist halt anders als Arbeit. Alles neu. 

 

Aber sagt mal, habt ihr schon mal online einen Geburtstag gefeiert? 

Stephans Bruder hat am 23.3. Geburtstag, also hat die ganze Familie - Geschwister, Eltern, Schwiegereltern zuhause den Tisch gedeckt, eine Kerze angezündet und Skype gestartet. 

War schon irgendwie ein seltsames Gefühl. Aber auch toll, was mit unserer heutigen Technik machbar ist. 

 

Nachrichten wurden nur noch zweimal pro Tag - einmal morgens und einmal abends gelesen /geschaut.

Als Quelle nutze ich gerne den WDR und die Seite unserer Stadtverwaltung. 

War damals bei der WAZ schon immer mein Lieblingsteil - Bottrop. Infos von zu Hause. 

 

Das war dann die erste Woche von Stephans Homeoffice.

Das Wochenende gestaltete sich relativ lang. Also fürs nächste Wochenende mal was überlegen, denn die klassischen Spaziergängerrouten bei uns vor der Tür werden so langsam langweilig.

 


30.03. - 05.04.2020

Wieder eine Woche um. 

Drei Wochen Schule zu Hause - geschafft. Aber wie soll es weiter gehen.

Jetzt stehen erst einmal Ferien vor der Tür.

 

Aber was war die Woche über so los.

 

Also, da ich auch im Homeoffice war, saßen Stephan und ich beide im Büro - groß genug ist es, wenn wir beide am Rechner sittzen auch ok, aber gleichzeitig telefonieren - naja.

Aber auch das haben wir hinbekommen.

Die Kids haben einen anderen Rhytmus entwickelt, lange schlafen Aufgaben erledigen, chillen, Essen.

 

Da das Wetter sich von seiner besten Seite zeigte, ging es auch viel in den Garten.

 

Dann kam eine Mail der Schule - auch hier werden wir durch den Newsletter immer ganz gut informiert. Um den Zusammenhalt der Schüler zu fördern, baten die Lehrer Fotos ein zusenden. Diese sollten den Hashtag WIR enthalten und werden dann später als Collage zusammengesetzt.

 

Also, Haare richten, Schilder malen und ab in den Garten.

Kids wieder ein wenig bespaßt.

Aber nur kurz bespaßt, denn auch wenn Lennart gerne fotografiert, Fotos schießen dauert halt nicht ewig.

Also nutzten wir den Sonntag und leeren Parkplatz hinter dem Supermarkt, dass Inger ein wenig Rollschuh laufen konnte.

Mit Rollschuhlaufen macht man aber irgendwie nur das kleine Kind glücklich. Also setzten wir uns am Wochenende auch ein bisschen aufs Rad. Am Ende kamen rund 35 Kilometer zusammen.

Bahntrassenradeln macht schon Spaß, aber nicht zur Zeiten von Corona. Das ist einfach zu voll.

Auf dem Rückweg fanden wir aber eine andere schöne Waldstrecke, welche keineswegs überfüllt war. Soooo schön.

Und, was macht man an Palmsonntag? Richtig, in die Kirche gehen. Ne, dieses Jahr nicht.

War schon irgendwie komisch.Ich nutzte nur kurz die Gelegenheit und holte mir eine Osterkerze, denn sonntags haben die Kirchen bei uns zwei Stunden zum stillen Gebet geöffnet.

Die Osterkerze stelle ich natürlich nicht so hin, also, basteln mit Töchterchen.

Irgendwann war dann auch das erste Ferienwochenende um.

Nun sollten zwei Wochen Ferien folgen.

Laut Wetterbericht, zwei Wochen super Wetter, was will man mehr.

Ich berichte.

 

Was das Homeoffice angeht, brauche ich 120% Basal.

Am Wochenende ganz normal, BE Faktoren bleiben gleich.


06.04.-12.04.2020

Am Freitag war ich noch schnell zur Blutabnahme, ja die findet statt. Alles andere nur nach Bedarf und Wertebesprechung nur per Videosprechstunde.

Also Montag Morgen als erstes beim Arzt angerufen. Puh, da war ich wohl schnell genug, vor allen anderen kam ich direkt durch.

Was soll ich sagen: hba1c von 6,4%, der erste unter 7% - nach einem Jahr.

 

Danach ging es einkaufen - mit großem Zettel, denn einkaufen gehen wir seit Corona nicht mehr so oft, dafür direkt für mehrere Tage.

Aber was war das? Schlange stehen, schon draußen. 

Ich will wieder Normalität, ich will das alles nicht mehr.


06.04. - 30.04.2020

Es geht weiter, Homeoffice, Homeschooling.

Ja auch nach den Osterferien ging es noch nicht in die Schule.

Ich hatte wieder einige Aufgaben und Planungen, welche ich von zu Hause aus machen konnte - als Erzieherin im Homeoffice ist schon komisch. 

Ich möchte wieder zur Normalität zurück. Ich mag nicht mehr. Egal wo und mit wem, man redet nur noch über Corona.

Jetzt wird schon überlegt, wie es mit den Sommerferien aussieht, was ist mit Schule vor den Ferien, was mit dem Kindergarten?

Alles für uns als Familie nicht planbar. Wir leben von Woche zu Woche  und warten gegen Ende der Woche immer wieder auf Neue auf die Infos aus der Politik.

Gehen die Kinder Montag wieder zur Schule?

Kann ich endlich wieder in der Kita arbeiten? Wenn ja, wie läuft es ab?

Mehr als warten könne wir im Moment irgendwie nicht machen.

Also machen wir es uns so schön wie möglich.

 

Gemeinsam kochen, Wandern, im Garten spielen, das angebaute Gemüse pflegen, ...

Ja das Gemüse, das braucht dringend Wasser. Denn Regen gab es erstmal wieder am 28.04.. Sonst war der April trocken. HIer in Ruhrgebiert ist Waldbrandgefahr und das im April. Die Bürger werden gebeten, den Starßenbäumen Wasser zu geben. Wahnsinn, was da draußen gerade so alles abgeht.

Nunja, Stephan ist seit Dienstag, das ertse mal wieder im Außendienst - irgendwie gespenstisch sagt er: "ALLES ZU, DIE STADT LEER, IM HOTEL ALLES ABGEDECKT, KEIN FRÜHSTÜCK - LUNCHPACKET FÜRS ZIMMER,...!"

 

 

Also geht es weiter, gott sei dank sind wir gesund und hoffen, dass der ganze Spuk bald vorbei ist.

Und das euch nicht langweilig wird, habe ich noch ein paar Fotos von unseren Ausflügen in die Einsamkeit.

Wir haben hier in NRW richtig schöne Ecken zum Wandern.

Aber auch ein paar Gartenbilder, ... sind dabei.

Viel Spaß und bis bald.


01.05.20 bis 10.05.2020


Was für eine Woche. Eigentlich haben wir täglich auf Informationen gewartet, aber irgendwie tat sich nichts. 

Bis zum 03.05. sollten die ganzen Beschränkungen gelten. Da war für mich klar, spätestens am 30.04. Kommt eine Info wie es danach weitergeht. 

Ok, Schule erstmal noch nicht vor Ort, Kontaktverbot gelockert, Kitas - keinerlei Infos, Homeoffice ging weiter.

Donnerstag und Freitag das erste mal wieder vor Ort in der Kita, aber ohne Kontakt zu den Kindern - irgendwie seltsam.

Dafür ging es technisch weiter. Wir hatten eine Videokonferenz zur Einführung in Teams.

Ja, damit kann man was machen. Das wäre auch was für den Elternsprechtag in der Kita.

Mal schauen wie es da weiter geht. 



Apropos Videokonferenz.

Diese bietet mein Diabetologe jetzt auch an. Über Clickdoc hatte ich eine Videokonferenz mit meiner Diabetesberaterin. Endlich mal wieder andere Kontakte - so schön.

Wir haben uns über die aktuelle Lage unterhalten und über meine Werte, welche das ganze Gott sei Dank ganz gut mitmachen. 


Sonntag war Muttertag, irgendwie komisch, so ohne Mama in den Arm zu nehmen, aber... 

... 

Rino von unserem Eiscafe hatte ein super Angebot.

In dieser seltsamen Zeit muss er auch überlegen, wie er sein Cafe betreibt. 

Er hatte zu Muttertag Torten mit Frühstücksgutschein im Angebot, was ich für Mama bestellt habe. 

Denn Mama und Papa sind quasi Stammkunden bei Rino. 




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